Ist ein echter Weihnachtsbaum nachhaltig? Fakten & Informationen

News vom 24. November 2021

Ein Weihnachtsbaum gehört für die meisten Haushalte in Deutschland einfach zu einer weihnachtlicher Atmosphäre. Der Weihnachtsbaum ist ein Symbol für weihnachtliche Festlichkeit und erlaubt es alte Traditionen zu bewahren. Wie erfüllend das sein kann, weiß jeder, der die strahlenden Augen eines Kindes beim ersten Anblick eines beleuchteten Weihnachtsbaumes erlebt hat. In Deutschland ist dabei der "echte" Weihnachtsbaum immer noch die beliebteste Variation. Aber ist ein echter Weihnachtsbaum auch nachhaltig?

Nachhaltige echte Weihnachtsbäume

Nachhaltiger Weihnachtsbaum - Faktoren

Nachhaltigkeit ist leider nicht immer leicht zu berechnen. Oft wird nur das Produkt selbst betrachtet, aber nicht der Aufwand in Verbindung mit dem gesamten Lebenszyklus. In Verbindung mit einem Weihnachtsbaum sollte man folgende Punkte durchleuchten um die Nachhaltigkeit zu verstehen:

  1. Der Weihnachtsbaum
  2. Aufzucht in der Anlage
  3. Transport
  4. Weihnachtsschmuck & Beleuchtung

Es gibt sicherlich noch weitere Faktoren, die aber meist eine minimale Auswirkung auf die Nachhaltigkeit eines Weihnachtsbaums haben und somit hier nicht weiter ausgeführt werden.

 

1. Der Weihnachtsbaum

Es sei vorab gesagt: Ein echter Weihnachtsbaum ist SEHR nachhaltig - wenn man zunächst mal den Baum selbst betrachtet. Mann kann dann klar sagen, dass ein Weihnachtsbaum CO2-neutral ist, wie nachfolgende Grafik ausführlich zeigt.

Dabei ist es wichtig, dass der Weihnachtsbaum auch richtig entsorgt wird - entweder über die Sammelstationen der Städte und Gemeinden oder beim Verkäufer direkt. 

Es sei auch erwähnt, dass ohne den Verkauf von Weihnachtsbäumen, die meisten Anlagen und Wälder mit den Bäumen nicht existieren würden. Die Flächen würden sehr wahrscheinlich für Getreide, Mais oder Viehzucht verwendet. Das ist für die Gesamt-Ökobilanz eines Landes eine sehr schlechte Alternative. Es sei auch erwähnt, dass auch kleine Bäume im Wachstum riesige Mengen an CO2 aufnehmen und somit zum Klimaschutz beitragen.

 

2. Aufzucht in der Anlage

Ein Baum braucht Pflege auf dem Weg bis zum ausgewachsenen Weihnachtsbaum. Diese Arbeiten sind leider nie komplett CO2-neutral. Jedoch kommt es sehr auf die Art der Bewirtschaftung der Anlagen an. In manchen Ländern werden riesige Anlagen mit riesigen Maschinen bearbeitet unter Einsatz von bedenklichen Pestiziden und Düngemitteln. In Deutschland werden die meisten Anlagen bei naturbewussten Landwirten betrieben, die die meisten nötigen Arbeiten von Hand erledigen und auf bedenkliche Hilfsprodukte komplett verzichten. Somit sind Bäume aus kleineren Anlagen aus Deutschland besser für die Nachhaltigkeit wie Produkte aus riesigen Anlagen im Ausland.

Wir empfehlen beim Produzent genau nachzufragen wie die Anlagen bewirtschaftet werden.

 

3. Transport

Transport verursacht fast immer CO2 Emissionen. Beim Weihnachtsbaum sind folgende Transport-Emissionen zu beachten:

  • Transport der Setzlinge zur Anlage
  • Transport der Weihnachtsbäume zur Verkaufsstelle
  • Transport zum Kunden (Selbstabholung oder Lieferung)
  • Entsorgung

Beim Anpflanzen ist es von Vorteil, dass Setzlinge aus der Region verwendet werden und nicht aus dem Ausland mit langen Transportwegen. Zudem sind Setzlinge aus der Region gesünder, wenn sie in der gleichen Umgebung gezogen worden sind. 

Der Transport zum Verkaufsort verursacht in Deutschland die größten CO2 Emissionen, da viele Bäume aus dem Ausland über tausende von Kilometern transportiert werden. Das kann aber verhindert werden, wenn man direkt vom Erzeugen kauft, der seine Anlagen in der näheren Umgebung hat. Dabei fallen dann minimale Transportkosten an.

Der Transport vom Verkaufsort zum Kunden kann minimiert werden, wenn der Kunde regional kauft. Auch das Online-Bestellen und versenden mit einem Lieferdienst kann interessant sein. Dabei sollte man aber online immer direkt beim Hersteller bestellen. Dies hat oft eine wesentliche bessere Ökobilanz wie das Kaufen im Baumarkt oder am Straßenrand, wo der Baum davor weite Strecken aus dem Ausland hinter sich hat.

 

4. Weihnachtsschmuck & Beleuchtung

Zu einem Weihnachtsbaum gehört natürlich immer der Baumschmuck und die Beleuchtung. Auch hier kann man die Nachhaltigkeit optimieren indem man Schmuck aus nachhaltigen Materialien und von regionalen Herstellern kauft. Für die Beleuchtung sollte man natürlich Strom verwenden, der aus erneuerbaren Energiequellen stammt.

 

Alternativen zum echten Weihnachtsbaum

Es gibt unzählige Diskussionen, ob es nachhaltige Alternativen zu einem echten Weihnachtsbaum gibt. Bekannte Alternativen wären:

  1. Weihnachtsbaum im Topf
  2. Künstlicher Weihnachtsbaum
  3. Weihnachtsbaum aus Holz

1. Weihnachtsbaum im Topf 

Vorab sei gesagt, dass ein Weihnachtsbaum im Topf nicht für jeden passend ist. Wer einen größeren Weihnachtsbaum im Wohnzimmer bevorzugt wird da Probleme haben - im Topf gibt es keine großen Bäume zu kaufen. Zudem müssen die Topfpflanzen gepflegt werden. 

Der Weihnachtsbaum im Topf unterscheidet sich in Bezug auf die Ökobilanz nur wenig vom echten Weihnachtsbaum. Ein echter Baum ist als Produkt CO2-neutral, ob er in der Anlage, im Wald oder im Hausgarten wächst. Die CO2 - Einsparung erhält man beim Transport, sollte der Weihnachtsbaum im Topf öfters verwendet werden. Die Einsparung ist aber minimal, wenn man eh regional beim Erzeuger kauft. Der Weihnachtsbaum im Top ist jedoch eine gute Alternative, wenn man ihn dann wirklich im Garten anpflanzt und somit die Gesamtzahl der Bäume vergrößert. Also einfach jedes Jahr einen Weihnachtsbaum im Topf kaufen und nach Weihnachten im Garten anpflanzen. Kreieren Sie Ihren eigenen Wald im Garten und erhöhen dadurch die Anzahl der Bäume in der Welt. 

2. Künstlicher Weihnachtsbaum

Ein künstlicher Weihnachtsbaum ist in Deutschland immer noch ein Nischenprodukt. Für viele fehlt bei einem künstlichen Weihnachtsbaum einfach die Ästhetik. In Bezug auf Nachhaltigkeit ist der künstliche Baum zudem sehr bedenklich: Die verwendeten Materialien sind in keinster Weise nachhaltig. Zudem werden diese künstlichen Bäume vorwiegen in Asien produziert mit langen Transportwegen nach Deutschland. Der Vorteil ist jedoch die Wiederverwendbarkeit. Berechnungen zeigen aber, dass man einen künstlichen Baum mindestens 15+ Jahre verwenden muss um im Vergleich zu einem echten Weihnachtsbaum eine bessere Ökobilanz zu erlangen.

Dabei wurde aber noch nicht bedacht, dass durch den Kauf von künstlichen Weihnachtsbäumen weniger echte Weihnachtsbäume angepflanzt werden. Diese Wälder fehlen dann als CO2-Speicher. Im großen gesehen ist somit der künstliche Weihnachtsbaum sehr schädlich für die Ökobilanz.

3. Weihnachtsbaum aus Holz

Der Weihnachtsbaum aus Holz ist ein baumförmiges Gestell, das aus Holz gemacht wurde. Die Nachhaltigkeit ist dabei sehr gut, sollte das Holz aus regionalen Wäldern stammen und die Herstellung in der Nähe des Kunden gemacht wird. Das ist aber eher selten der Fall. Zudem fehlt dem Baum jegliche Ästhetik, da er keine Nadeln hat. Für viele wirkt ein Baum aus Holz wie ein alter Weihnachtsbaum, der schon alle Nadeln verloren hat. Ist also Geschmackssache :-)

 

Nachhaltiger Weihnachtsbaum? - Ja, so gehts

  • Einen echten Weihnachtsbaum vor Ort aus der Region kaufen
  • Weihnachtsbäume aus ausländischen Großplantagen vermeiden
  • Bei einer Online-Bestellung immer direkt vom Hersteller bestellen
  • Den Weihnachtsbaum nach Weihnachten richtig entsorgen
  • Nachhaltigen Weihnachtsschmuck wählen
  • Elektrische Weihnachtsbaum-Beleuchtung mit Öko-Strom

Und immer bedenken, dass es ohne den Kauf von echten Weihnachtsbäumen durch Konsumenten wesentlich weniger Wald geben würde, da die Flächen für Getreide, Mais oder Viehzucht verwendet werden würden.


Weihnachtsbäume oder Christbäume werden oft auch als Tannenbäume bezeichnet. Jedoch sind die Bäume nicht immer Tannen, sondern oft auch Fichten. Im Hofgut Martin werden zahlreiche verschiedene Arten gezüchtet, wie die Nordmanntanne, Blaufichte, Rotfichte, Korktanne, Concolor Tanne und Kiefer. Die Bäume sind beliebt bei Geschäftskunden aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie bei privaten Käufern aus der Region Oberschwaben, inklusive Städten wie Ravensburg, Weingarten, Wangen im Allgäu, Leutkirch, Bad Wurzach, Bad Waldsee, Grünkraut, Amtzell, Waldburg, Bodnegg, Lindau und Friedrichshafen am Bodensee.